Wieso eigentlich „Niyama“?

Für diese Erklärung könnte ich ziemlich tief in die doch sehr langjährige Philosophie des Yoga einsteigen. Das würde allerdings bedeuten, dass dieser Artikel nichts mit lockerflockig zu tun hätte und ich auch nicht mit den rund 1000 Wörtern für einen gängigen Blogartikel auskommen würde. Also versuche ich mich mal mit „lockerflockig“.

Vor ziemlich langer Zeit (sogar noch vor Jesus‘ Geburt) haben Menschen herausgefunden, dass es die Möglichkeit der „Erleuchtung“ gibt, also einer unfassbaren, tiefen Zufriedenheit mit sich selbst.

Soweit so gut. Allerdings gab es auch damals schon ein paar Probleme auf so einem Weg zur Erleuchtung. Diese unterschieden sich nicht wirklich von den heutigen Problemen, die vielen Menschen im Weg stehen und wurden vom Yogi folgendermaßen zusammengefasst:

Kein Verständnis dafür, was im Leben eigentlich wirklich bedeutsam ist.
Missratenes Selbstbewusstsein, vor allem dann, wenn man gar keine Ahnung vom eigenen Selbst hat.
Das typische „Haben-wollen“, weil wir glauben, erst wenn wir dies oder das besitzen, können wir glücklich sein.
Die Ablehnung, oder sogar Hass. Egal, ob wir das auf Situationen oder Menschen beziehen.
Die Angst! Ganz besonders vor Dingen, die wir nicht beeinflussen können.

Ich persönlich finde es komplett beruhigend, dass die Menschen und insbesondere auch Yogis schon damals mit diesen Eigenschaften zu kämpfen hatten. Macht die ganze Sache mit der Erleuchtung doch um einiges menschlicher.

Das waren jetzt also die Hindernisse. Aber der Yogi wäre ja kein Yogi, wenn er nicht versucht hätte, einen Weg aus dieser Misere zu finden und diesen schlechten Eigenschaften entgegen zu steuern.

Und was war die Devise? „Ohne Fleiß kein Preis“ – auch das zieht sich wohl durch die Epochen.

Dafür legte der Yogi eine Liste mit Regeln an (tatsächlich ähnelt diese sogar etwas den 10 Geboten).

Punkt 1 darauf ist der Umgang mit der Umwelt, die sogenannten „Yamas“ (Du siehst, wir sind der Erklärung zu meinem Namen schon ein Stück näher gekommen). Dazu gehört natürlich die Gewaltlosigkeit. Außerdem der Mut zur Ehrlichkeit, wobei man da natürlich vernünftig mit haushalten muss, man sollte sein Gegenüber natürlich nicht vor lauter Ehrlichkeit vor den Kopf stoßen oder gar verletzen. Bitte auch nicht stehlen, weder Gegenstände, noch geistigen Input. Hinzu kommt noch die Bewusstheit, vor allem auch seinen eigenen Emotionen gegenüber – und da spreche ich aus Erfahrung, der Schritt ist hart! Aber weiter im Text. Nicht-Horten! Klar, im Messie-Haushalt wird geistige Ruhe schwer zu finden sein, aber auch bei vielen anderen Dingen dürfen wir uns durchaus mal die Frage stellen, brauche ich das wirklich?

Punkt 2 auf der Liste sind schon die – Trommelwirbel – „Niyamas“.

Hierbei geht es nämlich um unseren Körper und unser Bewusstsein, sprich, die Regeln im Umgang mit uns selbst. Vielleicht selbsterklärend, wieso sich dieses Wort in meinem Logo wiederfindet, trotzdem möchte ich gern noch näher darauf eingehen und Dir mitgeben, was mich an diesem Wort so beeindruckt.

Auch hier gibt es wieder fünf Wegweiser. Als erster und unglaublich wichtiger Punkt steht die Reinheit.

Damit ist nicht gemeint, wie oft Du duschen musst, sondern eher, dass Du deinen Körper nicht verunreinigst und ihn so liebst, wie er ist.

Ja, auch wenn wir älter werden! Niemand hat gesagt, dass es einfach wird!

Als Nächstes kommt die Zufriedenheit mit dem, was wir haben. Es einfach mal „okay“ finden, wie unsere Situation ist und nicht ständig das Glück in Dingen oder Situationen zu suchen, die nicht da sind.

Weiter geht es mit Disziplin, endlich ein Punkt, der mir persönlich nicht schwer fällt und bei dem ich auch andere sehr gut motivieren kann! Man soll auch nicht aufhören, sich zu bilden. Aber Achtung, hier geht es nicht um Fremdsprachen oder Erdkunde.

Es geht um uns selbst, Psychologie und Philosophie. Behalte Dich im Auge, lerne aus Deinen Fehlern und höre nicht auf, Dich selbst zu studieren. Als Letztes kommt nun die Hingabe an das Göttliche. Hierzu möchte ich gar nicht viel sagen, denn das muss jeder für sich auf seinem eigenen Weg interpretieren.

Übrigens kommen auf der Liste der Yogis erst danach die körperlichen Übungen und auch hiermit ist es noch nicht getan. Man muss eine Menge atmen, die Sinne zurückziehen, sich konzentrieren und meditieren. Das alles natürlich stetig und diszipliniert.

Das ist mit Sicherheit leichter gesagt, als getan, aber so eine Erleuchtung gibt es halt nicht mal eben im Discounter, die hat schon ihren Preis.

Das bedeutet also „Miss Niyama“. Denn ich mag es, an mir zu arbeiten und finde Bewusstheit wichtig und schön. Das bedeutet nicht, dass ich mich verurteile, wenn mir Fehler passieren oder mein Verhalten an bestimmten Tagen nicht den oben genannten Regeln entspricht.

Ich kann sicherlich nicht immer das vorpubertäre Verhalten meiner Tochter mit einem Lächeln abtun, natürlich bin ich genervt und fluche, wenn die Waschmaschine kaputt geht.

Aber ich versuche in allen Situationen mein Verhalten und mein Denken zu reflektieren und bewusster zu werden. Denn es ist ja ein Weg und kein Sprung in ein neues Leben.

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